[heise] heise online: IBMs Blue Gene/P wird erster Petaflop-Rechner

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Tue Jun 26 10:07:57 UTC 2007

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26.06.2007 12:02

IBMs Blue Gene/P wird erster Petaflop-Rechner

Heute hat IBM offiziell den neuen Supercomputer Blue
Gene/P vorgestellt, der die Nachfolge der
Blue-Gene/L-Familie antreten soll. Konzipiert ist er
für eine kontinuierliche Geschwindigkeit von einem
Petaflop, in der höchsten Ausbaustufe soll er über 3
Petaflops erreichen. Zum Vergleich: Der 
größte Blue
Gene/L[1], angesiedelt im Lawrence Livermore National Laboratory
(LLNL)[2], hält derzeit[3] den Rekord mit 280,6
Teraflops Linpack-Performance und 367 Teraflops peak.

Der modulare Aufbau ähnelt dem des Blue Gene/L. Neu
sind der SMP-Modus, die verbesserte
Prozessor-Memory-Balance mit 2 bis 4 GByte SDRAM-DDR
und nun vier – wieder einmal –
stromsparenden, da mit 850 MHz recht niedrig getakteten
PowerPC 450 pro Chip (Nodes). 32 solcher
Quad-Core-Chips befinden sich auf einem Board, 32
Boards in einem Rack voller Bauhöhe. Für einen
1-Petaflop-Rechner benötigt man 72 Racks mit insgesamt
294.912 Prozessoren. Wem das nicht genügt, der
kann bis zu 216 Racks mit 884.736 CPUs
zusammenschalten. Nicht zu verachten sind der
Strombedarf – IBM gibt ihn mit 40 kW pro Rack an
– und der Lärmpegel, der mit 89 Dezibel knapp
unter dem Grenzwert für Hörschäden bei Dauerbelastung
liegt.

Für die interne Kommunikation hat IBM drei Netze
entworfen: das 3D Torus Network mit 5,1 GByte/s und 3
µs Latenz für die Punkt-zu-Punkt-Benachrichtigung
zwischen den Nodes, das Collective Network mit 1,7
GByte/s und 2,5 µs Latenz für die Verteilung der
Rechenoperationen einer Anwendung und das Global
Barrier and Interrupt Network zur Synchronisierung der
Prozessoren. Ein 10-Gigabit-Ethernet über Glasfaser
dient der Maschinensteuerung und der Verbindung mit der
Außenwelt, ein weiteres Gigabit-Ethernet dem
Monitoring, dem Debugging und dem System-Boot.

In Deutschland werden die ersten Blue-Gene/P-Systeme voraussichtlich im
Forschungszentrum
Jülich[4] und im Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft am
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching zu finden sein.
 (sun[5]/iX)

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