[heise] heise online: IBM kündigt System zur Stream-Verarbeitung an

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Tue Jun 19 10:38:44 UTC 2007

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19.06.2007 12:32

IBM kündigt System zur Stream-Verarbeitung an

Heute will IBM[1]
ein sogenanntes Stream-Processing-System mit dem Namen System s[2]
vorstellen. Dabei handelt es sich um eine hochgradig skalierbare
Anwendung auf entsprechender Hardware, die in der Lage sein soll,
"hereinströmende" Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen schon bei
diesem Vorgang auszuwerten und quasi in Echzeit zu verarbeiten. Die
Analyse kann beispielsweise aus einer Text- oder Bildauswertung
bestehen. Ziel ist, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und die
Ergebnisse schnell an den Adressaten auszuliefern, der damit
fundiertere  Entscheidungen treffen können soll, als mithilfe der
herkömmlichen Datenanalyse.

Bei den Informationsströmen geht es nicht nur um strukturierte
Transaktionsdaten, sondern zum Beispiel auch um Videos,
Telefongespräche, Nachrichten, Messreihen aus Sensoren, RFID-Daten aus
Logistik- und Produktionsanwendungen und so weiter. Im Gegensatz zum
klassichen Vorgehen, also Datenanalyse aus Data Warehouses, geht die
Stream-Verarbeitung potenziell erheblich schneller vonstatten. Google
hat beispielsweise kürzlich den Spezialisten PeakStream gekauft[3], um
seine Video-Suchfunktionen zu verbessern.

Anwendungsszenarien für derartige Systeme gibt es in großer Zahl und
vielfältigen Ausprägungen:  Sicherheitsüberwachungen, Börsenhandel,
Wettervorhersagen, Produktionssteuerungen, Ausbreitung von Epedemien
und vieles mehr. Die Technik steht allerdings noch am Anfang, bei
Werkzeugen und Standards sieht es noch mager aus. Deshalb wird sich IBM
bei der Vorstellung laut eigener Aussage zunächst um Industriepartner
bemühen.

Vorerst soll die Anwendung auf 800 Mikroprozessoren laufen, allerdings
nahezu beliebig erweiterbar sein. Die eigentliche Innovation liegt laut
IBM in der Software, die in der Lage ist, Tasks zu trennen (etwa Text-
und Sprachanalyse), zu verarbeiten und wie ein Puzzle wieder
zusammenzusetzen. Stream-verarbeitende Systeme sollen die Starrheit
herkömmlicher Applikationen auflösen und ihr Verhalten an veränderte
Rahmenbedingungen anpassen können.
 (jd[4]/iX)

URL dieses Artikels: 
http://www.heise.de/newsticker/meldung/91365

Links in diesem Artikel:
  [1] http://www.ibm.com
  [2] http://domino.research.ibm.com/comm/research_projects.nsf/pages/esps.index.html
  [3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/90701
  [4] mailto:jd at ix.heise.de

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