heise online: Messen präsentieren technische Textil-Neuheiten
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Mon Jun 11 17:08:18 UTC 2007
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11.06.2007 15:42
Messen präsentieren technische Textil-Neuheiten
Ein Handschuh zum Telefonieren, ein Motorradanzug mit intelligentem
Aufprallschutz oder lichtdurchlässiger Beton – mehr als 1000 Aussteller
präsentieren ihre Neuheiten auf den Messen Techtextil[1] und Avantex[2]
in Frankfurt. "Technische Textilien sind heute die am schnellsten
wachsende Branche innerhalb der Textilindustrie", erklärte
Messe-Geschäftsführer Detlef Braun vor Beginn der Doppelmesse morgen.
Deutschland sei der größte Exporteur technischer Textilien, allein die
Ausfuhren nach China seien innerhalb eines Jahres um 32 Prozent
gewachsen.
1086 Aussteller aus 43 Ländern zeigen bis Donnerstag auf der Techtextil
innovative Textilien für technische Anwendungen: Materialien, die in
Flugzeugen oder in Autos, für Stadion-Dächer oder beim Brückenbau
eingebaut werden können. Bei der – mit 33 Ausstellern weitaus kleineren
– Avantex geht es um technisch aufgerüstete Bekleidung. Die neun besten
Ideen wurden am Montagabend mit Innovationspreisen geehrt.
Mit dabei: Die Technische Universität Dresden[3], die in Halle 3
Betonteile zeigt, die aussehen, als hätten sie kleine Löcher. In
Wahrheit sind die Hohlräume mit "funktionalen Fasern" gefüllt, die das
Licht durchlassen, den Regen aber draußen halten, wie die Dresdner
Ingenieurin Annett Dörfel erklärt. Die Technische Universität Chemnitz
präsentiert eine Wasser spendende Bewässerungsmatte, die mit 70 Prozent
weniger Flüssigkeit auskommt. Dank zweier Vlieslagen und perforierter
Schläuche zielt das Produkt vornehmlich auf die Landwirtschaft in
heißen Ländern.
Die Sicherheit für Motorradfahrer erhöht eine sieben Millimeter dicke
Netzmatte, die in Schutzanzüge eingebaut werden kann. Bei einem Unfall
werden die so verstärkten Teile des Anzugs steif, ohne Druck bleibt das
Material weich und damit bequem zu tragen. Sales-Manager Jörg Kersten
demonstriert mit einem Hammer, wie das geht: Wenn er die Matte langsam
eindrückt, pappen die Waben zusammen; wenn er mit Kraft draufhaut,
verformt sich das silikonbeschichtete Material gar nicht.
Als "Traum jedes Italieners" preist Sabine Gimpel vom Thüringer
Textilforschungsinstitut TITV Greiz[4] einen Skihandschuh, der sich
mittels einer Bluetooth-Schnittstelle in ein Handy verwandelt. Am
Handgelenk sitzt das Mikrofon, im Daumen der Lautsprecher. Auf dem
Handrücken befinden sich Textilknöpfe, mit dem der Skifahrer im Lift
das Telefon in seinem Rucksack abheben und auflegen kann.
Manche solcher Erfindungen sind schon im Markt, andere gibt es noch
nicht zu kaufen, wie den Badeanzug, der unter Wasser absolut trocken
bleiben soll. Den Stoff, aus dem dieser Traum gewebt ist, kann man aber
in Frankfurt besichtigen. Bereits in den Läden ist eine Laufjacke, die
– wie eine Rettungsweste – mit einem Mundstück aufgeblasen werden kann,
damit der Jogger nach dem Training nicht auskühlt, eine "Solarjacke",
mit der man sein Handy aufladen kann, und ein Mantelfutter, dessen
Poren sich bei Kälte schließen und bei Wärme weiten. (Sandra Trauner,
dpa) /
(anw[5]/c't)
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http://www.heise.de/newsticker/meldung/90964
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.techtextil.com
[2] http://www.avantex.de
[3] http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_maschinenwesen/itb/aktuelles/innopreis
[4] http://www.titv-greiz.de/
[5] mailto:anw at ct.heise.de
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