[heise] TELEPOLIS: Produktivkraft Wut

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Mon Jun 11 11:00:51 UTC 2007

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Produktivkraft Wut
Rudolf Maresch 11.06.2007

Peter Sloterdijk liefert den passenden Begleitsound zum Politzirkus 
rund um Heiligendamm und zeigt, in welchen psychopolitischen Ernst 
Klamauk und Zerstreuungsverhältnisse verstrickt sind

Vermummte Jugendliche, die in den Banlieues französischer Großstädte 
Autos der Nachbarn abfackeln; aufgebrachte Bauern, die Autobahnen mit 
Traktoren und Kuhmist blockieren; sonnenbebrillte Randalierer, die mit 
Pflastersteinen auf Polizisten zielen; bärtige Jungmänner, die mit 
Handys und Rucksackbomben Vorortzüge attackieren - die Beispiele ließen 
sich fortsetzen, trotzdem käme man immer wieder zum selben Ergebnis: 
Empörung und Wut über die ungerechten Lebensverhältnisse in der Welt 
wachsen und sind ebenso plötzlich wie zielgerichtet über den gesamten 
Erdball verbreitet.

--We are the angry mob  We read the papers every day  We like who we 
like, we hate who we hate  But we're also easily swayed.-- Kaiser Chiefs

Der Anteil, den Massenmedien daran haben, ist nicht hoch genug zu 
veranschlagen. Spätestens seit den geschichtsträchtigen Vorkommnissen 
von 1968 sind sie immer mittendrin und dabei. Mit ihnen fing die 
neuzeitliche Aufmerksamkeitswirtschaft an. Die Rebellen von einst 
können für sich in Anspruch nehmen, dass sie die Erregungskultur der 
Medien entdeckt und kühl für ihre Zwecke eingespannt haben. Seitdem 
schreiben die Medien noch an jedem Politzirkus und Massenspektakel mit. 
Die Aussicht, den molekularen Bürgerkrieg in Echtzeit zu übertragen, 
"nötigt" sie zur "heimliche Komplizenschaft" mit Politikern, 
Wichtigtuern und Krawallmachern. Verschanzt hinter ihrer 
"Informationspflicht" treiben sie mit eindringlichen Bildern und 
aufgeblasenen Kommentaren ihre Einschalt- und Verkaufsquoten steil nach 
oben. 

Logik des Posthistoire  

Zieht man "Zorn und Zeit", Sloterdijks jüngsten und seit der "Kritik 
der zynischen Vernunft" wohl besten "politisch-psychologischen Versuch" 
zu Rate, dann ist das nicht weiter schlimm. Weltpolitisch und 
welthistorisch betrachtet handelt es sich bei all dem Radau und 
Politzirkus um zornfolkloristische Spaßsalven, die im Lichte 
allgegenwärtiger Kameras, Reporter und Mikrofone von den Losern der 
Globalisierung abgefeuert werden. 

Die Geschichte, verstanden als blutiger Konflikt antagonistischer 
Kräfte, Werte und Ideologien, ist seit dem Fall der Mauer und dem Ende 
des Kommunismus passé. Das umstürzlerische Potential, das etwa 
Katholizismus, Sozialismus oder Faschismus noch in sich trugen, hat 
sich erschöpft. Es gibt keine "großen Erzählungen" mehr, die überzeugen 
und der Revolution einen vitalen Platz im Weltgeschehen zuweisen. Der 
Kapitalismus hat auf ganzer Linie gesiegt, und mit ihm die liberale 
Demokratie. Damit schlägt sich der streitbare, und derzeit wohl 
bekannteste deutsche Philosoph auf die Seite Hegels, Kojèves und 
Fukuyamas. 

Kapern Terroristen Flugzeuge, bringen Jugendliche Papiertonnen zum 
Explodieren oder machen Dschihadis in den Straßen Bagdads Jagd auf 
amerikanische GIs, so hat das vielleicht für die Betroffenen tödliche 
Konsequenzen. Für das liberale Weltsystem selbst sind solche Aktionen 
aber nicht mehr von welthistorischem Belang. Was sich noch ereignen 
wird, sind "Nachhutgefechte", diverse Kämpfe zur Demokratie. Ob sie am 
Schluss freiheitlich, sozial alimentiert oder autoritär sein wird, ist 
dabei vollkommen egal. Die Weltgesellschaft ist die erste, welche die 
Geschichte hinter sich gelassen und im Posthistorie angekommen ist.

Tsunamis des Posthistoire 

Was für die Dschihadisten gilt, gilt erst recht für jenen  bunten 
Haufen (1), der in Seattle, Genua und Heiligendamm regelmäßig Station 
macht und die jeweils gastgebende Staatsmacht in Atem hält. Das 
Hauptproblem dieser Multikultitruppe ist, dass komplexe Zusammenhänge 
keinen guten Nährboden für politische Leidenschaften und kollektive 
Sammlungsbewegungen bieten. 

Mit der räumlichen und kulturellen Entfernung nimmt die Solidarität mit 
fremden Völkern und Gemeinschaften nach und nach ab. Trotz Internet,  
Pop-Tourismus (2) und weltumspannender Kommunikation ist eine 
emotionale Verbundenheit mit den Armen und Benachteiligten den hier 
Lebenden kaum zu vermitteln. Dem weltgeschichtlichen Projekt einer 
Revolution zugunsten aller Beleidigten und Zukurzgekommenen sind von 
daher "geografische" Grenzen gesetzt. Wer in der Menge mitmarschiert, 
ist in aller Regel selten persönlich von den Missständen und dem 
sozialen Elend betroffen, das sie auf Plakaten und Transparenten unter 
Sambaklängen anprangern. Die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge, die 
auf G-8-Gipfeln verhandelt werden: Patentrechte und Erderwärmung, Aids 
und Entwicklungshilfe, aber auch die Kümmernisse, die die Protestierer 
umtreiben: Hedge Fonds, gerechte Löhne, Kinderarbeit, fairer Handel 
sind weder auf dem Feld noch mit Trillerpfeifen oder vom runden Tisch 
aus zu lösen. 

Noch immer schöpfen Protestumzüge ihren Sinn aus jenem, scheinbar 
unausrottbaren Vorurteil, dass die Macht konkrete Namen und Adressen 
besitzt. Spätestens mit der weltweiten Vernetzung und Verdichtung von 
Waren, Daten und Kommunikationen hat sich das aber erledigt. Die flache 
Welt hat keinen geeigneten Ansprechpartner mehr. Märkte, Rechnernetze 
und Börsen nehmen ihre Kraft und Dynamik gerade aus ihrer Anonymität, 
Unverfügbarkeit und Neutralität. Sie haben die Rolle des "Weltgeistes" 
eingenommen und geben sich zuweilen auch als "Weltgericht". Weder 
können sie von einem Akteur getoppt noch können sie von einem solchen 
gekapert werden. Sie sind, wenn man so will, die Tsunamis der 
Weltgesellschaft, die jedes Ausruhen, bloßes Genießen oder jeden 
Stillstand mit Ausschluss oder Verbannung auf die hinteren Plätze 
bestrafen. Wer sich ihren Bedingungen nicht anpasst oder gegen ihre 
Regeln handelt, wird gnadenlos vom Markt gespült. Das gilt für die 
Mächtigen und Reichen ebenso wie für die Schwachen und Armen, für alle, 
die ihr Schicksal umkehren wollen ebenso wie für jene, die im Namen 
anderer marschieren. 

Politästhetik des Posthistoire  

Die Erwartung, dass sich diese Entwicklung vom Kabinettstisch aus 
gestalten oder dirigieren ließe, hat etwas Rührendes an sich. Erst 
recht die Vorstellung, dass man per Absprache die Erwärmung der Erde 
bis 2050 auf zwei Grad begrenzen könnte. Die Vergeblichkeit solchen 
Tuns zeigt schon die Tatsache, dass es den Meterologen bis heute nicht 
gelingt, das Wetter für die nächsten drei Tage exakt vorauszusagen. 

Sicher kann die Politik mit klugen Beschlüssen wirtschaftliche 
Rahmenbedingungen verbessern, Sie kann Dynamiken auslösen, Geldströme 
umsteuern und Produktionszyklen hemmen. Doch wie sich ihre 
Entscheidungen auf Produktion und Nachfrage auswirken, welche 
Nebeneffekte sie möglicherweise zeitigen, bleibt stets ungewiss. Die 
Politik ist, wie jedes andere soziale Systeme auch, dem Spiel von 
Versuch und Irrtum unterworfen. Die G-8, die OPEC oder eine angeträumte 
Weltregierung machen da keine Ausnahme. Wie mächtig die Nation oder 
Organisation auch immer ist, letztlich ist auch sie nur Akteur in einem 
Marktgeschehen, das sich seine Waren, Produzenten, Stützpunkte und 
Profite selbst sucht. 

Das weiß auch Ulrich Beck, Galionsfigur einer Globalisierung mit 
menschlichem Antlitz: 

--Wir suchen das Politische bei den falschen Personen. Diejenigen, die 
wir gewählt haben, sitzen machtlos auf der Zuschauertribüne, während 
die, die wir nicht gewählt haben, Schlüsselentscheidungen treffen, die 
unser Leben bestimmen.--  Die Reichen zittern (3)

Vielleicht ist das auch der tiefere Grund, warum sich Krawallmacher und 
Protestumzügler mit Maske, Schminke und Mimikry drapieren und sich 
neuerdings wieder zum Clownesken und Karnevalsken hingezogen fühlen ( 
Clowns machen neue Hippies (4),  "Jeder hat das Recht, ein Clown zu 
sein" (5)).

Und weil das der aufgeklärte Protestierer weiß, handelt er nur noch 
"als ob". Statt zu kämpfen, will er nur noch "ein Zeichen setzen"; und 
weil er sich schuldig fühlt, wenn ein Pflasterstein fliegt, trifft er 
mit Polizei und Behörden klare Absprachen, wie der Protestzug zu 
verlaufen hat, damit der Medientross ungestört darüber berichten kann. 
Ihnen geht es vor allem darum, dass bunte und jugendbewegte Bilder um 
die Welt gehen, die vom friedlichen Protest künden. So ein Sprecher der 
"Gipfelstürmer" im deutschen Fernsehen.

Man geht gewiss nicht fehl in der Annahme, darin jenen berühmten 
"Sonntagsspaziergang" zu erblicken, den Hegel nach Abschluss der 
Geschichte zur Alltagsform und zum Lebensinhalt aller erkoren hat. Ob 
der in Form von Klamauk, in Maskerade oder mit Ranadale stattfindet, 
bleibt letztlich unerheblich. Hätten sich die Flickschuster, 
Kesselflicker und Marktweiber vom Montmartre auch so verhalten und 
Absprachen mit Ludwig XVI. und seiner Entourage getroffen, hätte die 
Erstürmung der Bastille nie stattgefunden, und Hegel hätte den 
Champagner, den er sich alljährlich zur Feier des Jahrestages der 
französischen Revolution genehmigt hat, nicht genießen können.

Liebesentzug im Posthistorie 

Gleichwohl macht der Radau auch Sinn, zumal er einer gewissen Logik 
folgt. Jeder Umzügler und Campbewohner ist sich bewusst, dass die 
vitalen Interessen unter "Verlierern" höchst vielschichtig verteilt 
sind. Bei Lichte besehen konfligieren sie sogar. Einerseits geht es den 
Marschierern, materiell gesehen, erstaunlich gut. Folgt man 
Untersuchungen, so steigt die Neigung zum Protest mit Bildungsgrad und 
sozialem Status. Obdachlose oder Hartz IV-Empfänger findet man eher 
selten unter ihnen. Als Nonkonsumisten verfechten sie immaterielle 
Werte und gehen vor allem für mehr Bildung und Kultur auf die Straße. 

Dabei findet der eigentliche Widerstand, wie wiederum Ulrich Beck weiß, 
nicht auf öffentlichen Plätzen oder an der Wahlurne statt, sondern im 
Supermarkt mit Einkaufswagen oder Einkaufstüte. An der Kasse stimmt der 
ungehörige Konsument heute über das Wohl und Weh von Unternehmen und 
Produkten ab. Subpolitik, oder Globalisierung von unten, nennt sich, 
was Herbert Marcuse dereinst als "große Weigerung" verkauft hat. Durch 
moralisch korrekten Kauf entscheidet der Konsument in souveräner 
Eigenregie, welche Güter produziert werden und welche nicht ( Souveräne 
Konsumenten (6)).

Gleichwohl weiß der G-8-Gipfelstürmer aber auch, dass die enge 
Verbundenheit des bretonischen Landwirts mit dem Reisbauern in 
Bangladesh eine konstruierte ist. Dass die EU ihre Subventionspolitik 
fortsetzt, hohe Einfuhrzölle auf Agrarprodukte erhebt und sie dadurch 
unverkäuflich macht; oder dass die EU ihre Außengrenzen mit Zäunen, 
Stacheldraht und Infrarotmelder sichert, um den ungezügelten Zuzug von 
Asylanten und Armutsflüchtlingen zu unterbinden, ist durchaus im 
Interesse des Lombarden, Niederbayern oder Katalanen. Bei 
Meinungsumfragen mag es zwar eine Bereitschaft für eine unmittelbare 
Verbesserung der Lebensverhältnisse in Asien, Afrika oder Lateinamerika 
geben; sie werden auch, sollten sie "Christenmenschen" sein, den Luxus 
der Reichen auf Kosten der Armen anprangern und für einen fairen 
Welthandel plädieren; steht aber der eigene Arbeitsplatz zur 
Disposition, die Pendlerpauschale oder die Erhöhung der Praxisgebühr, 
werden sie sich kaum noch dafür begeistern. Dann ist ihnen das eigene 
Hemd näher als der afrikanische Rock.

Die Vorgeschichte 

Das war, wie wir wissen, in der Geschichte nicht immer so. Bis der 
menschliche Geist das ferne Grollen und Donnern der Schlacht von Jena 
vernommen und darin das Ende der Geschichte erblickt hat, waren 
unzählige Schlachten und Blutopfer "nötig". Angetrieben wurden sie von 
mächtigen Affekten, Energien und Leidenschaften, die Hegel "Begierde" 
und Lacan "désir" nannten und bei Sloterdijk nun den Begriff des 
"Zorns" erhalten. Nach seiner Lesart ist der Zorn der "unheimlichste 
und menschlichste der Affekte". In einem dreihundertfünzigseitigen 
Anlauf versucht er den Strukturwandel des Zorns in der Zeit 
nachzuzeichnen und ihr politisches Potential für die Gegenwart und 
Zukunft auszuloten. 

Starten lässt er sein Schicksal mit jenem Mythos, den Homer zu Beginn 
der Illias über Achill verbreitet: "Den Zorne besinge, Göttin, des 
Achilles, des Peleussohns", heißt es da an prominenter Stelle. Ist er 
in Aufwallung, duldet er weder Aufschub noch Verzögerung. Die erfüllte 
Gegenwart, die sein "unheilbringender Zorn" bringt, stieß, wie Homer 
erzählt, "viele stattliche Seelen zum Hades hinab". 

Darum steht am Anfang aller westlichen Geschichte auch der Logos. Er, 
das Wort, ist immer schon mit dem "Zorn" des Helden getränkt, nicht mit 
Vernunft, wie Papst Benedikt XVI. meint. Der Furor, den die Griechen 
"thymos" nannten, ist die heroische Energie eines Kriegers, dessen 
Stolz, Ehre und Ruhm auf dem Spiel steht. Aus ihr ist, nach 
althellenistischem Verständnis, die Welt gebaut. Dieser Thymos, der 
jedem Kalkül vorausgeht und kulturbildend wirkt, missachtet die 
"Integrität des Opfers" und feiert all jene Mächte, die Schaden 
anrichten.

Der Wille bleibt 

Alle folgenden Prestigekämpfe, über die Hegel seine Leser und 
Bewunderer philosophisch belehrt, legen eindrucksvoll Zeugnis von 
seiner gewaltigen Kraft ab. Doch mit der moralischen Heraufkunft des 
Sklaven (Nietzsche) geht das Thymotische, der Konnex von Krieg und 
Stolz, verloren. Überlebt hat nur der domestizierte Teil, Nietzsches 
"Macht zum Willen", der sich in der Gier nach Objekten, Profiten und 
Rachegefühlen äußert; abgewertet, verworfen und sublimiert wird der 
"Wille zur Macht", jener eigensinnige, idealistische Teil der Libido, 
der kriegerische Energien freisetzt, nach Gerechtigkeit verlangt und 
Würde und Ehre einfordert. Getreu dieser Deutung könnte man die 
amerikanischen Neokonservativen als die letzten echten Revolutionäre 
bezeichnen, die aus idealistischen Gründen: Regime Change und 
Demokratieexport den moralischen Kampf suchen.

Schuld an der "Umperspektivierung" sind Sophisten, Juden, Christen und 
Psychoanalytiker. Mit ihrer Hilfe übertrumpfen die Schwachen die 
Starken, siegen die reaktiv-lebensverneinenden über die 
aktiv-lebensbejahenden Kräfte; aber nicht nur, weil sie den Zorn 
"unvernünftig" und "widernatürlich" heißen, sondern auch, weil durch 
sie auch das Ressentiment in die Welt kommt, der Hass und der Groll auf 
jenen Souverän, der nach selbstgesetzten Werten und Idealen lebt. 
Unterliegen Ehre, Achtung und Stolz moralischen Vorbehalten und 
psychologischen Erkenntnissen, sieht sich der Herr in 
Anerkennungskämpfe verwickelt, in dem er die Leistungskraft seiner 
Werte testen und beweisen muss. 

Doch genau dort, auf moralischem Gebiet, ist der Herr chancenlos. Da, 
wo seine Werte für sündig oder egoistisch gelten, wo Schuld und 
"schlechtes Gewissen" herrschen und das "asketische Ideal" als Wert an 
sich gefeiert wird, erzeugen Demütigung und soziale Erniedrigung Zorn 
und Wut. Kein Wunder, dass mit dem Sieg des Knechts der Hass zunimmt 
und auf Beleidigungen mit emotionalen Ausrastern reagiert wird, die 
sich gegen den eigenen Körper wenden oder Rachegefühle gegen andere 
auslösen. Das Begehren nach Spiegelung, nach Bestätigung und 
Bewunderung durch ein minderes Objekt oder einen "minderwertigen" 
Geist, erweist sich als Falle für den souveränen Herrn. Aus dem 
moralischen Prestigekampf ist der Knecht und Sklave als Sieger 
hervorgegangen. Und mit ihm eine Kultur des Selbstmitleids und der 
verletzten Eitelkeit, kurz: des Ressentiments, das nach individuellen 
und kollektiven Ausdrucksformen sucht. 

Politische Zornsammelstellen 

Diesem Urdrama narzisstischer Kränkung verdanken wir mehr oder weniger 
die Geburt aller Ideologien, vom Juden- und Christentum über den 
Sozialismus bis hin zum Faschismus. Ausgiebig Kraft verwendet der 
Philosoph darauf, ihr politisches Potential zu erkunden und literarisch 
auszuschlachten. Bisweilen liest sich das äußerst spannend und 
gehaltvoll, vor allem im Blick auf den zornigen Christengott; etwas zäh 
und langatmig wird es, wenn er den Kommunismus ins Auge fasst. Vor 
allem hier denkt der Philosoph allzu "mechanistisch". Dieser Abschnitt 
gehört auch zu den weniger gelungenen Passagen. 

Der Stimmigkeit der Argumentation insgesamt tut das aber keinen 
Abbruch. Laut Sloterdijk ist es monotheistischer Religion und 
Kommunismus gelungen, die frei flottierenden Zornenergien aufzusammeln, 
zu speichern und ideell aufzuladen. Ein Blutbad nach dem anderen ist 
seitdem die Folge. Erst die bürgerliche Revolution, und in ihrem 
Gefolge Napoleon, Hitler und Stalin, haben allen Anerkennungskriegen 
ein Ende gesetzt. Ihr Sieg hat dazu geführt, dass moderierende 
Instanzen wie Parlamente, Gerichte oder öffentliche Debatten gegriffen 
und Macht über die gewaltigen Racheenergien und Ausrottungswünsche 
haben gewinnen können. Seitdem sie die politischen Leidenschaften 
zügeln und die liberale Gesellschaft sie mit Marken, Namen und Waren 
umsorgt, ist es auch zu keiner nennenswerten kollektiven 
Sammlungsbewegung mehr gekommen.

Unfähig zu Kampf und Blutopfer 

Auch das hat seinen tieferen gesellschaftlichen Grund. Nach der 
Erfahrung zweier blutiger Weltkriege ist Europa zu Menschen 
verbrauchenden Kampfeinsätzen nicht mehr fähig. Stattdessen schreitet 
die Umerziehung des Herrn weiter voran. Indem sie den soldatischen 
Heroismus marginalisiert, von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen ( Vale 
tudo (7)), fördert die westliche Kultur den friedlich-geselligen 
Charakter pädagogisch. Das geht soweit, dass die Bundeswehr zwar die 
Freiheit Deutschlands am Hindukusch verteidigt, dafür aber keine 
Blutopfer bringen will. Während die Taliban nach Afghanistan 
zurückkehren und im Süden des Landes ein blutiger Abnützungskrieg tobt, 
sitzen die deutschen Krieger in ihren Festungen im Norden und drehen 
Däumchen.

Indes oder gottlob hat "der Westen" mit dem Sport, aber auch der 
Massen- und Popkultur passende Instrumente gefunden, sein thymotisches 
Potential jungkonservativ abzufedern. Stil- und Pop-Ikonen wie Marylin 
Manson und Curt Cobain, Britney Spears oder Dieter Bohlen sind Typen, 
die den rächerischen Abdrift des Thymos binden und in kulturell und 
ästhetisch erträgliche Formen leiten. Vermutlich speist sich daraus 
auch die große Popularität von Web 2.0. Der Netz- und Medienkultur 
gelingt, wovon der Internationalismus stets nur träumt, das 
Haben-Wollen in ein Sein-Wollen zu verwandeln. 

Hinzu kommt, dass das knechtische Bewusstsein längst unter anderer 
Maskerade auftritt, als Erzieher, Feminstin oder Universalist. Mit dem 
Moralismus der Gleichberechtigung, der Toleranz oder des öffentlichen 
Dialogs im Gepäck sorgen sie dafür, dass aus dem virilen und starken 
Willen ein femininer und verweichlichter Wille wird, der jeder 
physischen Auseinandersetzung tunlichst aus dem Wege geht. Stattdessen 
wartet er, von Einzelfällen abgesehen ( Ein echter Loser (8);  Schwarze 
Löcher (9)), unglücklich, aber demütig darauf, von der 
paternalistischen Gesellschaft alimentiert (Grundeinkommen, Hartz IV) 
zu werden. Wo sich die Gesellschaft das aufgrund mangelnder 
Produktivität nicht leisten kann oder will, ist er gezwungen, sich das 
Vorenthaltene auf illegale Weise zu besorgen, durch Diebstahl, 
Anschläge oder Bandenbildung, worauf die Eliten mit Kasernierung und 
Einzäunung, privaten Schutztrupps und Hubschraubertransfers reagieren. 

Postpolitische Konstellation 

Dies ist die postpolitische, postkommunistische Situation, unsere 
condition postmoderne. Wer zu ihr keine Alternative mehr entwickeln 
kann oder eine bessere Vision weiß, glaubt nicht mehr an den Umsturz. 
"Wir sind", schreibt Sloterdijk, "in eine Ära ohne Zornsammelstellen 
mit Weltperspektive eingetreten [...]. Die Empörung hat keine Weltidee 
mehr vorzuweisen." Spaßguerilla, spektakuläres Politkabarett von 
Greenpeace und diverse runde Tische künden vom Verlust dieses 
Horizonts. Was sie jenseits aller Gegensätze eint, ist die Suche nach 
der "Weltformel des Ausgleichs", einer, die zwischen Alt und Jung, 
Reich und Arm, Stark und Schwach vermittelt. 

Doch schon die Pflastersteine des "Schwarzen Blocks", die Knüppel und 
Wasserwerfer der Staatsmacht signalisieren, dass die nachrevolutionäre 
Zeit keine unblutige sein wird. Im Gegenteil, da die Pazifizierung 
durch das demokratische Gemeinwesen formal-abstrakt bleibt, Konsumismus 
auf Dauer ( Bin Ladin in Nike-Schuhen (10)) unbefriedigend wirkt und 
das Überschüssige, das Bataille "das Souveräne" und Kant "Enthusiasmus" 
nennt, keinen adäquaten Ausdruck findet, wird der Thymos (in seiner 
säkularen Form) virulent bleiben. Neid, Missgunst und Hass auf "die da 
oben" werden weiter gedeihen und asymmetrische Kleinkriege auslösen.

Die spannende Frage wird sein, ob sich daraus eine ernstzunehmende 
Bedrohung für die Weltgesellschaft oder das "Empire", wie manche sagen, 
ergeben wird. Kann sich der radikale Islamismus zu einer alternativen 
"Zornsammelstelle" entwickeln und die liberale Demokratie 
herausfordern? Trotz seiner Missionsdynamik, die Sloterdijk ihm 
zugesteht, trotz der Freund-Feind Konstellation, die ihm eigen ist, und 
trotz des Jungmännerüberschusses, den der Islam produziert, hält der 
Philosoph das für "illusorisch". Weder ist das Spektakel des 
Terrorismus ein Zeichen für die "Wiederkehr der Geschichte" noch wird 
der Islamismus jemals in die Fußstapfen des Kommunismus treten. 
Islamisten sind, und darin ist sich Sloterdijk mit  Hans Magnus 
Enzensberger (11) einig, Akteure, die regional begrenzt operieren. Weil 
sie nicht aus dem Herzen der Modernisierung kommen, eine rückständige 
Kultur verfolgen, können sie der Moderne auch keine bessere versprechen.

Weltgeschichtlicher Herausforderer 

Zumindest an dieser Stelle bleiben erhebliche Zweifel. Gerade der 
Islamismus scheint mir ein besonders gutes Beispiel für "gelungene 
Verwestlichung" zu sein. Seine Radikalisierung hat er vor allem in der 
Konfrontation mit den materialistischen, moralisch verkommenen und, 
demzufolge, degenerierten Gesellschaften des Westens erfahren, nicht in 
den Heimatstaaten. Dekulturation und Deterritorialisierung heißen dafür 
die Stichwörter. Das stetige Bemühen des Islamismus, Gesellschaften zu 
"re-islamisieren", ist eine zutiefst modernistische Ideologie, die sich 
erst im Zuge der Globalisierung von Migration, freiem Markt und Zugang 
zu Bildungssystemen entwickelt hat. Wie die Attentate in den Metropolen 
des Westens gezeigt haben, entzünden sich die Konflikte weniger 
zwischen westlicher und islamischer Kultur als vielmehr innerkulturell, 
zwischen angepasster und traditioneller Kultur.

Sloterdijks höchst einseitiges und simplifizierendes Verständnis von 
Modernisierung überrascht, vor allem, weil er die Dialektik der 
Aufklärung aus der Westentasche kennt. Darüber hinaus erweckt er den 
Eindruck, als ob er dem historischen Weltbild der Linearität folgt, 
das, postmoderner Lesart zufolge, kollabiert ist. Er täuscht sich, wenn 
er die politische Theologie des radikalen Islamismus für "das erste 
Beispiel einer puren rächerischen Ideologie" hält, "die nur strafen 
kann, aber nichts hervorbringt." Hätte er sich eingehender mit den 
Schriften der islamistischen Führer befasst, würde er vermutlich 
vorsichtiger formulieren. Dann müsste er sich zumindest die Frage 
stellen, ob sich nicht im Islamismus der "thymotische Charakter" in 
seiner ursprünglichen Form erhalten hat. 

Das Ressentiment, das der Philosoph allen Islamisten unterstellt, 
könnte sich als sein eigenes herausstellen. Was er für domestiziert 
hält, aber irgendwie auch sehr betrauert: Heldentum, soldatische 
Tugenden und viriler Charakter; ein Werte- und Ehrenkodex, der Feigheit 
und Geiz ausschließt, aber spirituelle Werte wie Großmut und 
Rechtschaffenheit lehrt; ein Internationalismus mit leninistischer 
Vorhut, die die Umma (Gemeinschaft der Muslime) führen und den 
Märtyrertod als sozialen Prestigekampf um Leben und Tod fordert ( You 
love life, we love death (12)) - all das ist im radikalen Islamismus 
präsent. Anders als im Westen funktionieren hier noch der "symbolische 
Tausch" (Jean Baudrillard), "Selbstvergeudung und Selbstverschwendung" 
(Georges Bataille).

Stellt man dies in Rechnung, könnte es durchaus sein, dass ein 
"Gottesstaat", der auf dem "Kalifat" und dem islamischen Recht beruht, 
für die arabischen Völker eine echte Alternative zu westlichen 
Herrschaftsformen darstellt. Kommt eine solche Macht auch noch in den 
Besitz von Massenvernichtungswaffen, wie Pakistan oder eventuell bald 
auch der Iran, gibt es auch ein echtes Drohpotential, das dem Westen 
Paroli bieten kann. Als Modell könnte es auf kulturell verwandte 
Staaten und Nationen politisch anziehend wirken.

Unerschöpfliche Reservoirs 

Dazu passt, dass die demografische Dynamik der nächsten Jahrzehnte dem 
weiter Vorschub leisten wird. Der Islamismus wird, darauf weist der 
Demograf Gunnar Heinssohn hin, auf ein unerschöpfliches Reservoir an 
Kämpfern zurückgreifen können. Allein in den letzten hundert Jahren hat 
die islamische Welt von 150 Millionen auf 1,2 Milliarden zugenommen. In 
knapp zehn Jahren, so die Schätzungen, wird der Islam ein Viertel der 
Menschheit umfassen.

Ihr Kampf hat weder mit Armut noch mit schwarzer Romantik oder 
nihilistischer Gesinnung zu tun. "Getötet wird für Status und Macht". 
Besser als der Demograf kann man die Inbrunst des Thymos nicht 
reformulieren. Auf den Jungmännerüberschuss, der höchstens durch 
Selbstvernichtung, aber nicht mit Jobs und Arbeitsplätzen gebannt 
werden kann, stellen sich andere Völker und Staaten, namentlich die 
USA, bereits aktiv ein. Samuel  Huntington hat in einem Beitrag für das 
Davos-Forum 2002 die kommenden Jahre als  das Zeitalter der 
muslimischen Kriege (13) bezeichnet. Wegen ihres eigenen 
Geburtenrückgangs fürchtet die Weltmacht bereits, bald nicht mehr 
genügend Leute für den urbanen Häuserkampf oder andere nichtzivile 
Einsätze zur Verfügung zu haben. ( Toward Post-Heroic Warfare (14)). 
Durch Computertechnik, Robotik und letales Hightech allein wird sie die 
fehlende Jungmännerschar nicht kompensieren können.

Die "Bevölkerungswaffe", darauf weist Heinssohn nachdrücklich hin, 
wurde im Laufe der Jahrhunderte schon häufig erfolgreich eingesetzt. 
Jungmännerüberschüsse korrelieren "mit Bürgerkriegen, Genoziden und 
Terror". Wo Jungmänner überzählig waren, kam es "so gut wie immer zu 
blutigen Expansionen sowie zur Schaffung und Zerstörung von Reichen." 
Zuletzt konnte man das im irakisch-iranischen Krieg vor fünfundzwanzig 
Jahren beobachten, sodass Sloterdijks Hoffnung nicht ganz unberechtigt 
ist, dass sich der Youth Bulge wegen nicht vorhandener 
Wissenschaftskulturen und fehlender Auswanderungschancen, vorwiegend 
gegen die islamischen Staaten selbst wenden wird. 

Von Zwergen und Schlümpfen  

Trotz abfälliger Urteile über den Islamismus und trotz aller 
Spötteleien über die Zornbanken der Neuzeit, kann Sloterdijk seine 
ambivalenten Gefühle nicht verbergen, die er gegenüber der 
Modernisierung hat. Die Sehnsucht nach Ausgleich, nach mittig sein, 
heißt für ihn auch: Zerstreuung der Leidenschaften, Verflachung von 
Politik, Kultur und Bildung und, vor allem, "Hineingehaltensein in die 
Mittel-Mäßigkeit" (Martin Heidegger). Der Massenkonsum hat die Menschen 
zu stumpfen Erotikern geschrumpft. Über die grenzenlose Gier nach 
Objekten sind alle "stolzhaften Gefühle" abhanden gekommen. Statt 
Selbstachtung, Beherztheit und Größe dominieren Selbstmitleid, Neid und 
Missgunst. Speerspitze dieses "Fellachentums" (Oswald Spengler) ist die 
Massen-, Medien- und Popkultur. Indem sie jedes Kampfgefühl für Würde, 
Ehre und Stolz ästhetisch abfedert, erstickt der Thymos im Leblosen des 
Immergleichen. 

Bei der Vorstellung seines Buches im "Münchner Literaturhaus" Anfang 
des Jahres prangerte er unsere "Lebensform" an, die "idealistische 
Gefühle" nicht mehr transportieren kann und will. Darum habe er Heimweh 
nach einem "größerformatigen Menschen", nach sogenannten 
"Nichtschlümpfen". Der Philosoph outete sich hier als Bildungselitist, 
der auf öffentlicher Rampe steht, über die Geschmack- und 
Niveaulosigkeit seiner Zeit lästert und die "Memmenhaftigkeit" des 
Westens im Umgang mit dem Islam geißelt. 

So schelmisch er seinem alten Vorbild, dem Kyniker Diogenes, auch 
nacheifert, so diffus und widersprüchlich bleiben die Parteinahme für 
das Aristokratische und die Kritik am Islam. Alles, wofür er die Kultur 
des Westens geißelt: Femininisierung von Öffentlichkeit und Kultur, 
Vorrang der Demokratie vor der Begabung, Verdunstung jeglichen 
Kampfgefühls, Menschenverkleinerungspolitik - all das findet in der 
Kultur des Islams Gehör oder wird dort revidiert. Es ist der Islam, der 
Idealismus und Thymos bewahrt, und dem Materialismus des Westens 
feindlich gegenübersteht. Und genau da entzünden sich auch die 
Konflikte. 

Die Größe Amerikas 

Bei der Suche nach einer thymotischen Form des Gebens und Nehmens wird 
Sloterdijk am Ende doch noch fündig. Er findet sie ausgerechnet in den 
USA, dem Erzfeind aller Hochkultur. Ich habe schon mal kurz darauf 
hingewiesen. Sieht man sich neben dem amerikanischen Neokonservatismus 
auch die Sponsorentätigkeit mancher amerikanischer Superreicher an, von 
Paul Getty, Bill Gates und anderen, dann kündigt sich hier ein 
Wirtschaftsleben an, das wieder mehr dem Verlangen nach Anerkennung, 
Größe und Selbstachtung folgt als dem Begehren nach Objekten und 
Profiten und der Einvernahme. 

Reichtum wird hier aristokratisch, selbstbejahend und souverän 
gedeutet. Es wird gegeben ohne Gegengabe und Äquivalententausch. Der 
Schuldenerlass, den die reichen Staaten vor ein paar Jahren den Ärmsten 
der Armen - teilweise - gewährt haben, ist von ähnlicher Qualität. Mit 
Umverteilung hat diese Geben nichts zu tun, es ist eine Art Vorschein 
auf eine künftige "Allgemeine Ökonomie" (Georges Bataille), die im 
radikalen Widerspruch zum Kapitalismus steht und sein Vorbild in den 
Selbstvergeudungsorgien des Potlatch besitzt. 

Sloterdijk ist aber zu sehr Platoniker, europäischer Linker und 
Amerikafeind, als dass er sich dafür groß begeistern könnte. Lieber 
nimmt er es der Massendemokratie höchst übel, dass sie Ausnahme und 
Hochkultur missachtet, den Kleinbürger, Spießer und das Ressentiment 
fördert ( Spießig ist immer scheiße (15)) und dadurch den 
psycho-politischen Zerstreuungsverhältnissen Vorschub leistet. 
Gleichwohl will er auf den Schutz und die Sicherheit, die der 
bürgerlichen Staat garantiert, aber auch nicht verzichten. Den 
Hobbesschen Vertrag, der sein Häuschen am Fuße des Mont Ventoux vor dem 
physischen Zugriff aller Erniedrigten, Missgelaunten und Gedemütigten 
schützt und ihm ein sorgenfreiens Auskommen garantiert, will er nicht 
ohne Not aufkündigen. So bleibt ihm, dem Elitisten, nur die Hoffnung, 
dass die "Vernünftigen" siegen, ein Gleichgewicht zwischen 
"Kraft-Kraft-Beziehungen" jenseits des Ressentiments gelingen möge und 
der "Kampf der Kulturen" ein kalter bleiben wird.

Literatur 

Peter Sloterdijk, Zorn und Wut. Politisch-psychologischer Versuch, 
Frankfurt: Suhrkamp 2006, 356 Seiten, 22.80 ¤

Gunnar Heinssohn, Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der 
Nationen, Zürich: Orell Füssli 2006, 9. Auflage, 189 Seiten, 24 ¤. 
Al-Qaida. Texte des Terrors, hrsg. von Gilles Kepel und Jean-Pierre 
Milelli, München: Piper 2006, 515 Seiten, 24.90 ¤.

Olivier Roy, Der islamische Weg nach Westen. Globalisierung, 
Entwurzelung und Radikalisieruung, München: Pantheon 2006, 350 Seiten, 
12.90 ¤. 

LINKS

(1) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18492/1.html
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(3) http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/384071
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http://www.welt.de/kultur/article922884/Clowns_machen_neue_Hippies_happy
.html
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(7) http://www.regine-kuschke.de/aktuell.htm
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(9) 
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_
cnt=1117000
(10) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/14/14956/1.html
(11) http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22524/1.html
(12) http://atimes.com/atimes/Front_Page/FC23Aa01.html
(13) http://www.hvk.org/articles/1003/48.html
(14) 
http://www.foreignaffairs.org/19950501faessay5041/edward-n-luttwak/towar
d-post-heroic-warfare.html
(15) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,483035,00.html

Telepolis Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25479/1.html

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