[heise] heise online: Geschwindigkeits- und Reichweitensprung bei Plastiklichtleitern
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Tue Jun 5 14:39:30 UTC 2007
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05.06.2007 15:37
Geschwindigkeits- und Reichweitensprung bei Plastiklichtleitern
Lichtleiter aus preisgünstigem Kunststoff (Polymer Optical Fiber, POF)
sind mittlerweile robust genug und auch simpel verlegbar, sodass sie
den sperrigen Twisted-Pair-Kabeln im Heim-LAN[1] ebenso wie in
industriellen Netzwerken Konkurrenz machen[2]. Bislang ist die
Fast-Ethernet-Geschwindigkeit von 100 MBit/s auch bei POF der Standard.
Ein Satz aus zwei Twisted-Pair-zu-Licht-Adaptern und 30 Metern Kabel
für eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung ist mit rund 140 Euro halbwegs
erschwinglich.
Nun verzehnfacht Siemens den Durchsatz: Im Labor hat man einen
aufwendigen Leitungstreiber erprobt, der mittels Mehrträgerverfahren
(OFDM) und hochstufiger Modulation 1008 MBit/s durch die Faser schickt.
Die ältere Technik gibt die Bits dagegen als simple Ein/Aus-Pulse auf
die Leitung. Mit Gigabit-OFDM soll die POF-Leitung nun nicht nur fit
für Breitband-Internetanschlüsse der nächsten Generationen werden, die
über 100 MBit/s versprechen, sondern auch mehrere Videosignale mit
hoher Auflösung selbst über HDTV hinaus parallel transportieren können.
Heute verlegte POF-Leitungen kann man mit dem Gigabit-System
weiterverwenden, das Foto auf der Ankündigung[3] führt offensichtlich
in die Irre: Der Projektleiter Sebastian Randel sagte im Gespräch mit
heise online, dass man keine aufwendig zu montierenden SC-Stecker
benötigt, sondern die Faserenden einfach in die Adapterbuchse stecken
kann. Außerdem nutzt Siemens wie vorher rotes Licht bei 650 Nanometer,
was eine einfache visuelle Funktionskontrolle erlaubt. Auch der
Leitungstyp ist der gleiche wie bei der 100-MBit-Technik: zwei
Stufenindex-Fasern mit einem Millimeter Außendurchmesser. Die Daten
kommen als 200 MHz breites, analoges OFDM-Signal mit 80 Trägern auf die
Faser, jeder Träger transportiert bis zu acht Bit pro
Übertragungsschritt (QAM256). Im Labor arbeitet man bereits an einem
System mit 511 Trägern.
Als optischen Sender verwendet Randel eine gewöhnliche rote Laserdiode
wie in jedem DVD-Player, was auf Adapter zu vergleichbaren Preisen wie
bei 100-MBit-POF hoffen lässt. Allerdings schaffte Siemens damit 100
Meter Übertragungsdistanz, das Doppelte bis Dreifache der aktuellen
POF-Adapter, die typischerweise 30 bis 50 Meter erreichen. Wann die
Gigabit-POF-Adapter auf den Markt kommen und wieviel teurer sie als die
aktuelle 100-MBit-Ausführung werden, war noch nicht zu erfahren.
(ea[4]/c't)
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[2] http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/07/03/132_Netz_aus_Licht
[3] http://www.siemens.com/index.jsp?sdc_p=fml0s5uo1450080ni1079174pcz3&sdc_bcpath=1327899.s_5,&sdc_sid=14766171716
[4] mailto:ea at ct.heise.de
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