[heise] heise online: Biotech ist Jungbrunnen für Pharma-Riesen

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Mon Jun 4 10:16:25 UTC 2007

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30.05.2007 16:42

Biotech ist  Jungbrunnen für Pharma-Riesen

Der Pharma-Branche steht höchstwahrscheinlich eine neue Welle von
Fusionen und Übernahmen bevor, berichtet Technology Review in seiner
aktuellen Ausgabe. In einer neuen Serie zur Zukunft der Medizin
analysiert das Technologiemagazin den Zustand der Pharma-Industrie. Als
Indikator für diesen Zustand lässt sich beispielsweise die Zahl der
jährlichen Fusionen im Pharma- und Biotech-Bereich anführen, die sich
in den vergangenen zehn Jahren von 289 auf 746 mehr als verdoppelt hat.
"Es sind weitere Mergers und Acquisitions zu erwarten", sagt auch Olaf
Tölke, Pharma-Analyst bei der Rating-Agentur Standard & Poor's. Denn
trotz aller Deal-Aktivität hat die Pharmabranche im Vergleich etwa zur
Auto-Industrie noch keinen sehr hohen Konzentrationsgrad erreicht:
Pfizer als Nummer eins beispielsweise kommt auf einen Marktanteil von
gerade einmal 6,5 Prozent. Wenn der Startschuss zur nächsten Runde erst
einmal gefallen sei, so Tölke, könnten rasch andere folgen. 

Denn die größten Vertreter der Pharma-Branche zehren von den
Forschungserfolgen vergangener Zeiten, scheuen das Risiko von
kompletten Neuentwicklungen und suchen stattdessen ihr Heil in Fusionen
unter ihresgleichen – oder im Aufkauf von Biotech-Unternehmen, die viel
versprechende Medikamente in der Entwicklung haben. Zunehmend werden
auch Biotech-Firmen übernommen, die mit ihren Substanzen noch in der
präklinischen Entwicklungsphase stecken.

Für drei Einsatzgebiete gelten Biopharmazeutika als besonders geeignet:
bei schweren chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose,
rheumatoide Arthritis oder Krebs; als Impfstoffe für die Prävention von
Infektionen oder bestimmten Krebsarten; und als Mittel gegen Immun- und
Stoffwechselkrankheiten. Von den 36 neuen Medikamenten, die 2006 in
Deutschland zugelassen wurden, waren elf Biopharmazeutika – prozentual
und auch absolut der höchste Wert seit dem Biotech-Blasen-Jahr 2001.
Bereits jetzt stammt mehr als die Hälfte der Produkte von Big Pharma
nicht aus ihrer eigenen Forschung, sondern wurde entweder von kleineren
Pharma-Unternehmen oder Biotech-Unternehmen einlizenziert.

Mehr dazu in TR 06/07 (ab dem 31. Mai am Kiosk und hier online
bestellbar[1]):

Das große Fressen[2]

(wst[3]/Technology Review)

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