[heise] heise online: Kaspar, ein Roboter als Therapeut für autistische Kinder

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Mon Jun 4 10:14:48 UTC 2007

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31.05.2007 10:03

Kaspar, ein Roboter als Therapeut für autistische Kinder

Robotikwissenschaftler von der Adaptive Systems Research Group[1]
entwickeln im Rahmen des  Forschungsprojekts Aurora[2] der University
of Hertfordshire und des von der EU geförderten Projekts IROMEC
(Interactive Robotic Social Mediators as Companions) unter Leitung von
Prof. Kerstin Dautenhahn[3] autonome Roboter, die vor allem
autistischen Kindern helfen sollen, grundlegende Interaktionsformen und
nonverbale Kommunikation zu erlernen. Autistische Kinder nehmen oft
keinen Kontakt mit anderen Menschen auf, aber spielen mit einfachen
Spielzeugen oder gehen gerne mit Techniken wie Computern um. Autonome
Roboter gelten als Möglichkeit, die "Kluft zwischen einem
vorhersagbarem Spielzeug und der unvorhersagbaren Welt menschlicher
Kontakte zu überbrücken".

Roboter Kapar. Bild: University of Hertfordshire
				
			
				
			
		
			
		 

Im Rahmen des IROMEC-Projekts wird seit kurzem der Roboter Kaspar[4]
(Kinesics and Synchronisation in Personal Assistant Robotics), dessen
Gesicht wie ein junger Bub aussieht, an Schulen im Hertfordshire County
geschickt[5], um Kindern mit Lernschwierigkeiten oder solchen, die zum
Autismus neigen, zu helfen. Kaspar ist ein humanoider Roboter in der
Größe eines Kindes, der Kopf, Arme und Hände bewegen und die Augenlider
und den Mund öffnen und schließen kann, womit er ein gewisses
Repertoire an Gesten und mimetischen Ausdrucksformen besitzt.
Angestrebt ist kein Realismus, da sich gezeigt habe, dass Kinder am
leichtesten mit sehr einfachen Robotern zurechtkommen und auf diese
ansprechen.

Nach Dr. Ben Robins habe man bei den Versuchen bereits erkennen können,
dass Kinder, die normalerweise nicht in Kontakt mit anderen Kindern und
Erwachsenen treten, über die Interaktion mit dem Roboter ein Interesse
an anderen Menschen zu zeigen beginnen. Kaspar reagiert auf bestimmte
Reize, die er über die beiden Videokameras hinter seinen Augen,
aufnimmt. Gerade die minimalen Ausdrucksformen des Roboters könnten
geeignet zu sein, die Aufmerksamkeit der Kinder zu wecken und einfache
Kommunikation herzustellen. Aus den modellhaften Reaktionen und
Bewegungen des Roboters können nach Ansicht der Wissenschaftler
beispielsweise durch Imitation soziale Umgangsweisen erlernt werden.

Das mit 3,2 Millionen Euro ausgestattete multidisziplinäre
Forschungsprojekt IROMEC[6], an dem britische, französische,
holländische, italienische und spanische Wissenschaftler teilnehmen,
soll allgemein erforschen, wie sich Kinder, die aufgrund von
kognitiven, entwicklungsbedingten oder körperlichen Behinderungen,
nicht spielen und damit auch nicht lernen sowie mit anderen Kindern
interagieren können, mit Robotern an das Spielen heranführen lassen.
Die hier als Spielzeuge entwickelten Open-Source-Roboter sollen als
soziale Vermittler dienen und robust sowie einfach (plug&play) zu
bedienen sein.

(fr[7]/Telepolis)

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http://www.heise.de/newsticker/meldung/90405

Links in diesem Artikel:
  [1] http://adapsys.feis.herts.ac.uk/
  [2] http://www.aurora-project.com/
  [3] http://homepages.feis.herts.ac.uk/~comqkd/
  [4] http://kaspar.feis.herts.ac.uk/
  [5] http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/england/beds/bucks/herts/6702735.stm
  [6] http://cordis.europa.eu/fetch?CALLER=EN_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=27756
  [7] mailto:fr at tp.heise.de

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