[heise] heise online: eRezept wird getestet

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Mon Jun 4 10:07:59 UTC 2007

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01.06.2007 15:52

eRezept wird getestet

In der Testregion Löbau-Zittau geht der Probelauf mit der
elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in die zweite Runde. Ab dem 11.
Juni wird es im sächsischen Modellprojekt laut einer Mitteilung[1] der
Projektgesellschaft SaxMediCard möglich sein, eRezepte auf den
Gesundheitskarten der Versicherten zu speichern. Bis zu diesem
Zeitpunkt werden die elektronischen Heilberufsausweise (HBA) für die am
Test teilnehmenden Ärzte geliefert. Nur wenn HBA und eGK in den
Kartenleser gesteckt und geprüft wurden, kann ein eRezept geschrieben
werden. Außerdem kann der Arzt nunmehr auf der eGK einen
Notfalldatensatz anlegen. Bislang wurde in Sachsen nur getestet, ob die
eGK ausgelesen werden kann. Etwa 4000 der 10.000 Versicherte haben
bereits ihre neue eGK genutzt. Bei 5044 Lesevorgängen war die neue
Karte 217-mal nicht lesbar.

Mit dem eRezept auf der Karte kann der Versicherte zu den entsprechend
ausgerüsteten Apotheken gehen und das Rezept einlösen. Das
papiergebunde Rezept wird aber nicht verschwinden: Nach den Vorgaben
der Rahmenarchitektur muss zu jedem eRezept ein papiernes Exemplar
ausgedruckt werden, damit ein Rezept selbst bei einem Stromausfall
eingelöst werden kann. Das eRezept gilt als wichtiger Meilenstein bei
der geplanten Einführung der eGK, weil mit ihm das Primat der Autonomie
des Patienten auf den Prüfstand kommt. Über einen eKiosk kann der
Versicherte seine Rezepte einsehen und vor dem Arzt oder Apotheker
verbergen. Allerdings gibt es in der Testregion Sachsen mit 25 am Test
teilnehmenden Ärzten und 19 Apotheken einen einzigen eKiosk, den die
Firma ICW[2] sponsert.

Während die deutsche Gesundheitstelematik ungeachtet des Widerstandes
von Ärzten und Heilpraktikern mit großer Verspätung nach und nach
getestet wird, ist das ambitionierte britische National Health System
(NHS) in eine tiefe Krise geraten. Dort steht laut Zeitungsberichten[3]
der Software-Lieferant iSoft vor dem Aus, nachdem eine Übernahme von
iSoft durch die australische Firma IBA Health an einem Einspruch von
Computer Sciences Corporation (CSC) scheiterte. Der Outsourcing-Konzern
ist für das gesamte britische eHealth-Projekt verantwortlich, das
derzeit etwa zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan liegt. Nach
seinem Veto muss eine andere Finanzierung für iSoft gefunden werden,
was die Programmentwicklung weiter behindert und die Verspätung
vergrößert.

Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund[4] mit Links
zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische
Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:

Die Auseinandersetzung um die Digitalisierung des Gesundheitswesens[5]

(Detlef Borchers) /
 (anw[6]/c't)

URL dieses Artikels: 
http://www.heise.de/newsticker/meldung/90518

Links in diesem Artikel:
  [1] http://www.finance-daily.de/news.php?toshow=23736
  [2] http://www.de.icw-global.com/
  [3] http://business.guardian.co.uk/story/0,,2090881,00.html#article_continue
  [4] http://www.heise.de/ct/hintergrund/
  [5] http://www.heise.de/ct/hintergrund/meldung/85635
  [6] mailto:anw at ct.heise.de

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