[heise] heise online: NAB: Google will bald Piraterie-Detektor einschalten
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Tue Apr 17 13:29:48 UTC 2007
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17.04.2007 09:07
NAB: Google will bald Piraterie-Detektor einschalten
[1]
Der Suchmaschinenbauer Google[2] steht kurz davor,
Werkzeuge zum Auffinden und Ausfiltern von illegalen Mediendateien auf
seinen Web-Angeboten einzusetzen. Dies verriet Google-Chef Eric Schmidt
bei einem Podiumsgespräch auf der TV- und Medienausstellung NAB[3] in
Las Vegas. Das neue System soll "Claim your Content" heißen und
automatisch den rechtmäßigen Besitzer von Web-Inhalten identifizieren
und nicht autorisierte Veröffentlichungen verhindern.
Bisher ist Google Verstößen gegen das Urheberrecht nur aufgrund von
Beschwerden nachgegangen, die dann manuell überprüft und beseitigt
werden mussten. Das Hauptanwendungsgebiet des Pirateriefilters ist die
Video-Community-Platttform Youtube, die Google im vergangenen Jahr
gekauft hat[4]. Vor Kurzem erst sind die Kalifornier vom Kabelsender
Viacom wegen illegal in Youtube eingestellter TV-Mitschnitte auf
Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar verklagt worden[5].
Auch von anderen Medienunternehmen wie dem TV-Sender NBC waren
Beschwerden gegen Google wegen Unterstützung von Content-Diebstahl laut
geworden.
Die Viacom-Vorwürfe kommentierte Schmidt allerdings mit einigem
Sarkasmus: "Mit Viacom macht man entweder Geschäfte oder wird von ihnen
verklagt. Das ist für die eine normale Geschäftstransaktion."
Youtube-Videos seien kein Diebstahl, argumentierte der Google-Chef.
Vielmehr würden den Medienunternehmen durch die Verbreitungswirkung des
Internets sogar noch mehr Konsumenten zugespielt. "Youtube ist kein
Fernsehen, sondern eine völlig andere Medienkategorie", sagte Schmidt.
Die Kurzform von Internet-Videos sei mit Film und TV überhaupt nicht zu
vergleichen. "Über dieses soziale Netzwerk von hoch engagierten Nutzern
erreichen Medienproduzenten genau die Zielgruppe, für die sie das
Produkt geschaffen haben."
Auf der NAB-Bühne vom TV-Moderator John Seigenthaler befragt, nahm
Schmidt zu einer Reihe von Themen Stellung, bei denen Googles
Positionen in der Medienbranche kontrovers diskutiert wird. Zur
jüngsten Akquisition[6] der führenden Internet-Werbeagentur Doubleclick
etwa haben Konkurrent Microsoft und andere Bedenken wegen Googles
Marktstellung[7] und einer möglichen Monopolisierung des
Anzeigengeschäfts angemeldet. Schmidt spielte den Überraschten:
"Ausgerechnet Microsoft sagt so was?", parierte er ironisch.
Doubleclick verfüge über Tools und Spezialwissen bei Display-Anzeigen,
die Google bisher gefehlt hätten, führte Schmidt aus. Deshalb seien sie
die ideale Ergänzung zu Googles Textanzeigen. Von einem Kartell könne
aber keine Rede sein: "Microsofts Behauptungen sind aber grundfalsch."
Google wolle niemandem Werbekunden wegnehmen, sondern traditionellen
Medien über das Internet neue Werbegeschäfte erschließen.
Zur NAB 2007[8] siehe auch:
Microsoft macht Flash Konkurrenz[9]
Adobe und Microsoft im Clinch um Internet-Video"[10]
Apple stellt Final Cut Studio 2 vor[11]
(Erich Bonnert) /
(jk[12]/c't)
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