[heise] heise online: Nvidia stellt Direct3D-10-Grafikchips für die Massen vor

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Tue Apr 17 13:22:55 UTC 2007

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17.04.2007 14:57

Nvidia stellt Direct3D-10-Grafikchips für die Massen vor

[1]
				
			
				 [2]Die GeForce 8600 GTS erfordert eine
zusätzliche Spannungsversorgung.
				
			
				
			
		
			
		 Nach der Einführung der ersten
Direct3D-10-Grafikkartenserie GeForce 8800  im vergangenen November[3]
stellt Nvidia[4] den Grafikkarten mit Highend-GPUs nun mit den
GeForce-Modellen 8500 GT, 8600 GT und 8600GTS drei neue
Grafikkartenvarianten für das Preissegment zwischen 90 bis 220 Euro zur
Seite. Dieses Direct3D-10-taugliche Trio dürfte langfristig die
bisherige Mittelklassen-Serie 7600 ersetzen. Karten mit Nvidias neuen
Chips sind ab sofort von den verschiedenen Grafikkartenherstellern im
Handel und waren vereinzelt bereits am gestrigen Montag in den
Preislisten aufgetaucht[5].

Die 8600 GTS steuert zwei DVI-I-Ausgängen mit Dual Link und HDCP an und
kann HD-Videos so auch auf hochauflösenden Displays mit bis zu 2560 ×
1600 Bildpunkten ausgeben. Eine neue Video-Engine der GPU soll dabei
nahezu vollständig die sehr rechenintensive  Dekodierung inklusive der
AES128-Entschlüsselung und des H.264-Bitstream-Decoding übernehmen,
wodurch man HD-DVD- und Blu-ray-Videos auch auf PCs abspielen kann,
dessen Prozessor sonst nicht ausreichend Leistung böte. Bei Blu-ray
soll die Video-Engine Bitraten bis 40 MBit/s bewältigen. Der GT-Chip
unterstützt selbst kein HDCP; Nvidia überlässt es den Herstellern, ob
sie ihre GT-Grafikkarten mit einem HDCP-Chip nachrüsten. 

Die beiden GeForce-8600-Ausführungen basieren beide auf dem G84-Chip;
während Nvidia die G80-Chips der GeForce 8800[6] noch in 90 nm fertigt,
setzt der Grafikchiphersteller beim G84 auf 80 nm. Er nutzt 289
Millionen Transistoren und arbeitet mit acht Vector4-Shader-Einheiten,
die acht Pipelines nach herkömmlicher Sprechweise entsprechen und die
je nach Bedarf die Funktion des Vertex-, Geometrie- oder Pixel-Shaders
übernehmen (Unified shader). Damit besitzt er ein Viertel der
Ausstattung des GeForce 8800 GTX, der es auf 32
Vector4-Shader-Einheiten bringt. Nvidia hat zudem jeder Vierergruppe
von Vector4-Shadern nicht vier sondern acht Texturadresseinheiten
zugeordnet, die Zahl der Texturfiltereinheiten aber bei acht belassen.
Damit kann der G84 pro Takt 16 bilinear gefilterte Texel (Texturpixel)
berechnen. Zudem sollen eine Reihe von Optimierungen die Leistung pro
Takt gegenüber dem G80 erhöhen. 

Bei der GTS-Version liegen der Chipttakt und der Takt der
Shader-Einheiten mit 675 und 1450 MHz leicht höher als beim GeForce
8800 GTX (575/1350 MHz). Auch der Speichertakt von 1 GHz übertrifft den
des GTX-Chips (900 MHz). Der GeForce 8600 GT arbeitet mit 540 MHz Chip-
und 1190 MHz Shader-Takt; der Speichertakt liegt bei 700 MHz. Beide
Varianten schicken ihre Daten über einen 128-Bit-Bus zum
GDDR3-Speicher, der meist 256 MByte groß sein dürfte – die
Grafikkartenhersteller können aber auch mehr oder weniger Speicher
verbauen. Die Leistungsaufnahme einer GeForce-8600-GTS-Karte soll
maximal bei 71 Watt, die einer GT-Karte bei maximal 43 Watt liegen; die
meisten Karten dürften einen Lüfter zur Kühlung besitzen, einige
Hersteller wollen jedoch auch passiv gekühlte Modelle ausliefern. Die
Preise schwanken zwischen 190 und 220 Euro (GTS) beziehungsweise 140
bis 150 Euro (GT). 

[7]
				
			
				 [8]Referenzdesign der Nvidia GeForce
8500 GT
				
			
				
			
		
			
		In der DirectX-10-Einstiegsklasse schickt Nvidia den
G86-Chip auf dem GeForce 8500 GT an den Start. Er integriert 210
Millionen Transistoren und arbeitet mit vier Vector4-Einheiten sowie
einem Chip-/Shader-Takt von 450/900 MHz. Als Speicher kommt 400 MHz
schneller GDDR2-Speicher zum Einsatz, der über einen 128-Bit-Bus
angebunden ist. Der GeForce 8500 GT ist ebenfalls mit der neuen
Video-Engine ausgestattet, bringt selbst kein HDCP, dafür aber einen
DVI-I-Ausgang mit Dual-Link sowie einen analogen Ausgang mit. Die
Leistungsaufnahme von 8500-GT-Grafikkarten soll maximal 40 Watt
betragen, der Preis beträgt rund 90 Euro.

Für Hersteller preiswerter PCs will Nvidia wohl bald noch die Varianten
GeForce 8400 GS und GeForce 8300 GS mit G86-Chip vorstellen. Sie können
mit ähnlichen Taktfrequenzen wie der 8500 GT arbeiten, binden ihren
Speicher aber nur über einen 64-Bit-Datenbus an, was sie für aktuelle
3D-Spiele ungeeignet macht. Die Video-Engine soll zumindest beim 8300
GS fehlen.

In ersten Tests mit DirectX-9-Spielen reichen die Reserven des GeForce
8600 GTS bei Half Life 2 und Prey sogar für vierfaches Antialiasing bei
1280er-Auflösung. In Oblivion erreicht der Chip mit HDR und zweifachem
Antialiasing ebenfalls noch ausreichende 39 Bilder pro Sekunde. Der
Direct3D-10-Chip kommt allerdings nur bei Oblivion und S.T.A.L.K.E.R.
an den etwa gleich teuren GeForce 7950 GT aus der Vorgängergeneration
heran. Bei Prey und F.E.A.R. liegt der Rückstand bei etwa 25 Prozent
und bei Call of Duty sogar bei über 50 Prozent. Der GeForce 8600 GT
erreicht 70 bis 80 Prozent der Leistung des GTS-Chips. Der GeForce 8500
GT liegt bei 30 bis 50 Prozent der GTS-Leistung. Die Eignung für
Direct3D 10 lässt sich mangels geeigneter Spiele noch nicht
einschätzen; ausführliche Ergebnisse bringt c´t in Ausgabe 10 (ab
Montag, den 30. April, im Handel). (Manfred Bertuch) /
 (thl[9]/c't)

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