[heise] heise online: Erste Bilanz zu Second Life fällt im Ländle vorsichtig aus

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Tue Apr 17 09:14:49 UTC 2007

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17.04.2007 09:15

Erste Bilanz zu Second Life fällt im Ländle vorsichtig aus

Der Bodensee liegt nur noch wenige Schritte vom Schwarzwald entfernt,
und auch die Repräsentanz Baden-Württembergs ist in dem Online-Spiel
nicht weit. Alles zusammen befindet sich auf einer Insel: im virtuellen
Ozean von Second Life[1], der zweiten Welt im Internet. Es gibt die
Baden-Württemberg-Insel seit rund einem Monat – und genau wie bei den
bisher vertretenen Unternehmen im Ländle fällt das erste Fazit
vorsichtig optimistisch aus.

"Die Besucherzahlen waren am Anfang besser als jetzt", erzählt
Hannelore Herlan, Pressesprecherin der Medien- und Filmgesellschaft
Baden-Württemberg (MFG). Es sei aber vor allem Ziel des Projekts
gewesen, Trendsetter zu sein. Bisher sei Baden-Württemberg das einzige
Bundesland mit einer eigenen Vertretung in der virtuellen Welt.

"Demnächst soll der 'Innovation Park' bebaut werden. Dort wollen sich
unter anderem die Hochschulen Hohenheim und Konstanz darstellen",
ergänzt Herlan. Das bisher knapp 10.000 Euro teure Second-Life-Angebot
werde vor allem als Experimentierfeld im Marketing benutzt.

Den Trendaspekt betonen auch zwei der größten Unternehmen im Land, die
bereits eigene Angebote in Second Life eröffnet haben. "Wir sind mit
der bisherigen Resonanz sehr zufrieden", sagt Johanna Mertins vom
Energieversorger EnBW. Über 15.000 Teilnehmer hätten sich zu Beginn der
Aktivitäten ein EnBW-Trikot für ihre Computerfigur besorgt. Über die
seitherigen Besucherzahlen in der virtuellen EnBW-Arena werden wie über
die bisherigen Programmier- und Betreuungskosten keine Angaben gemacht.
Die nächste größere Aktion ist die maßstabsgetreue Umsetzung des
Messestandes der Hannover Messe[2] in Second Life.

Auch DaimlerChrysler unterhält längst ein Mercedes-Benz-Autohaus im
zweiten Leben – inklusive virtueller Teststrecke und Events zur
Einführung neuer Modelle in der ersten Welt. Tatsächlich tummeln sich
auf der Insel des Autobauers häufig Figuren, die sich mit dem Kauf
eines virtuellen Fahrzeugs beschäftigen.

Der Medienrummel um die zweite Welt im Internet ist beeindruckend. Kaum
ein Tag vergeht, an dem nicht ein Unternehmen Vollzug meldet, es sei
"jetzt auch drin". Aber auch über die Landesgrenzen hinaus sind nach
einer ersten Medienwelle die Marketingtrommeln leiser geworden.
Vermehrt werden kritische Stimmen laut, die von den auf der
Einstiegsseite genannten Zahlen der Betreiberfirma Linden Lab
unterstützt werden: Von den insgesamt rund 5,5 Millionen registrierten
Avataren finden sich selten mehr als 30.000[3] gleichzeitig im Second
Life – und das auf einer virtuellen Fläche, die doppelt so groß ist wie
das reale Stuttgart. Viele Inseln wirken deshalb verwaist und leer.

Auch die immer wieder zitierten Fälle, in denen Nutzer von ihrer
Online-Existenz leben, sind überschaubar: Nach Linden-Lab-Angaben haben
im März weltweit nur 825 User mehr als 1000 reale Dollar verdient. Die
Gegner der zweiten Welt könnten also mehr und mehr Zuspruch bekommen.
Einer von ihnen betreibt auf einer Satire-Homepage[4] einen
T-Shirt-Versand. Deren Aufdrucke fordern dazu auf, sich doch ein
"erstes Leben" zuzulegen. (Christian Fahrenbach, dpa) /
 (anw[5]/c't)

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  [1] http://www.second-life.com
  [2] http://www.enbw.com/content/de/impulse/hmi/index.jsp
  [3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/87359
  [4] http://www.getafirstlife.com
  [5] mailto:anw at ct.heise.de

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