[heise] heise online: Sun-Chef feiert erste Muster des Rock-Prozessors

eugen at leitl.org <eugen at leitl.org> on Thu Apr 12 14:09:39 UTC 2007

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11.04.2007 12:06

Sun-Chef feiert erste Muster des Rock-Prozessors

Sun[1]-CEO Jonathan Schwartz nutzt sein Weblog[2] geschickt für das
"virale Marketing". Nun hat er ein Foto von einem frühen Muster des
angekündigten[3] 16-Kern-SPARC-Prozessors mit dem Codenamen Rock
veröffentlicht[4], der Sun-Servern ab 2008 deutlich mehr Rechenleistung
oder wesentlich höhere Energieeffizienz bringen soll.

Nach bisherigen Berichten soll Rock mittels Simultaneous
Multi-Threading (SMT) zwei Threads pro Core ausführen, also insgesamt
32 Threads. Laut Schwartz können Server mit mehreren Rock-Prozessoren
bis zu 256 TByte Hauptspeicher verwalten; dabei werden wohl – wie bei
den noch in diesem Jahr erwarteten
UltraSPARC-T2-(Niagara-2[5]-)Systemen – Fully-Buffered DIMMs (FB-DIMMs)
zum Einsatz kommen. Nach weiteren Spekulationen will Sun ab 2008 drei
Klassen von Servern mit Rock-Prozessoren einführen, die unter dem
Codenamen Boulder entwickelt werden; Boulder Bronze soll demnach 2
Rocks und 4 Speichercontroller für insgesamt 128 FB-DIMMs bieten,
Boulder Silver das Doppelte davon, und Boulder Platinum das Vierfache,
also 8 Rocks und 512 FB-DIMM-Slots.

Jeder Rock-Prozessor hat laut Schwartz 2395 externe Anschlüsse, von
denen 1514 der Stromversorgung dienen und 812 für (Daten-)Signale
vorgesehen sind. Nach Informationen des britischen Register[6]
kommunzieren Rocks mit den Speichercontrollern über spezielle System
Links (Sun hat[7] eine HyperTransport-Lizenz) und binden zusätzlich
jeweils mehrere PCI-Express-Lanes direkt an.

Sun hat vor einigen Wochen eigens eine interne Mikroelektronik-Sparte
neu gebildet[8], die eigene Chip-Entwicklungen vermarkten soll. Neben
Rock und Niagara zählen dazu auch der Multithread-Netzwerk-Chip aus dem
Projekt "Neptune", der die neue 10-GBit-Ethernet-Karte[9] von Sun
befeuert. Teile des Neptune-Know-hows hat Sun bereits an Marvell[10]
verkaufen können.

Im Laufe der nächsten Wochen wird auch die Vorstellung der von Sun
gemeinsam mit Fujitsu entwickelten[11] Advanced Product Line (APL) mit
den nagelneuen, aber leider verspäteten
SPARC64-VI-Doppelkernprozessoren[12] erwartet – eigentlich hätten die
APL-Server bereits Mitte 2006 kommen sollen. Zwischenzeitlich hat Sun
aber den UltraSPARC IV+[13] mehrfach[14] beschleunigt[15] und offenbar
im letzten Jahr recht gute Geschäfte[16] mit UltraSPARC-Maschinen wie
den sparsamen Fire T1000 und T2000[17] gemacht. Branchenkenner unken
bereits, dass zahlreiche Sun-Kunden die APL-Server verschmähen und auf
Rock-Systeme warten könnten.
 (ciw[18]/c't)

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